Ablauf des Gottesdienstes
SCHABBAT-GOTTESDIENST IN WIEN
Unser Schabbat-Gottesdienst in Wien ist geprägt von Gebet, Lobpreis, jüdischer Liturgie, Lesungen aus Tora, Propheten und Brit Chadasha sowie gemeinsamer Lehre und Gemeinschaft.
Wir möchten den Schabbat in seinem biblischen und jüdischen Zusammenhang leben und zugleich Yeshua HaMashiach als den verheißenen Messias Israels bekennen. Dabei verbinden sich überlieferte Formen jüdischen Gemeindelebens mit dem gemeinsamen Studium der gesamten Heiligen Schrift.
Wer zum ersten Mal einen messianisch-jüdischen Gottesdienst in Wien besucht, muss mit den Gebeten und Abläufen nicht vertraut sein. Besucher können zunächst in Ruhe zuhören, mitlesen und den Schabbat kennenlernen.
„Gedenke des Schabbattages, dass du ihn heiligst.“
2. Mose 20,8
SCHACHARIT – DAS MORGENGEBET & LOBPREIS
Gebet und Lobpreis sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Schabbat-Gottesdienstes. Wir beten aus einem jüdisch-messianischen Siddur und verbinden jüdische Gebetsformen mit unserem Glauben an Yeshua HaMashiach, den Messias Israels.
Zu unserem Gottesdienst gehören das Schma Israel, die Amida, das Kaddisch, Psalmen, Segenssprüche und weitere Gebete. Teile werden auf Hebräisch und Deutsch gesprochen oder gesungen. Daneben hat auch der gemeinsame messianische Lobpreis seinen festen Platz.
Von besonderer Bedeutung ist das Schma Jisrael, das grundlegende biblische Bekenntnis zur Einheit des Gottes Israels:
„Höre, Israel: Der HERR, unser Gott, der HERR ist einer!“
5. Mose 6,4
Das Schma verbindet uns mit dem biblischen Glauben Israels und erinnert uns daran, dass wir den einen Gott Israels lieben und ihm allein dienen sollen. Unser Glaube an Yeshua HaMashiach steht für uns nicht im Gegensatz zu diesem Bekenntnis: Wir bekennen ihn als den von Gott verheißenen Messias und Sohn Gottes.
Auch Menschen, die bisher keine Erfahrung mit jüdischer Liturgie oder einem Siddur haben, können unserem Gottesdienst problemlos folgen. Juden und Menschen aus den Nationen sind eingeladen, gemeinsam Gottes Wort kennenzulernen und den Schabbat im Glauben an den Messias Yeshua zu erleben.
Das finde ich für euch viel passender als den Originaltext – vor allem der Schma-Abschnitt macht eure theologische Position klar, ohne daraus eine lange Diskussion über Trinität usw. zu machen.
TORA-LESUNG & PARASCHAT HASCHAWUA
Die Tora-Lesung ist ein zentraler Bestandteil unseres Schabbat-Gottesdienstes. Gemeinsam beschäftigen wir uns mit dem jeweiligen Wochenabschnitt, der Paraschat HaSchawua, und lesen aus den fünf Büchern Mose.
Für uns ist die Tora nicht lediglich ein historischer Text, sondern Gottes lebendige Weisung und das Fundament für das Verständnis der gesamten Heiligen Schrift. Sie offenbart Gottes Handeln mit Israel, seinen Bund, seine Gebote und seinen Willen für ein geheiligtes Leben.
Als messianisch-jüdische Gemeinschaft lesen wir die Tora zugleich im Zusammenhang mit den Propheten und dem Brit Chadasha. Dabei betrachten wir auch, wie die Schrift auf Gottes Erlösungsplan und auf Yeshua HaMashiach, den Messias Israels, hinweist.
Die wöchentliche Tora-Lesung verbindet uns mit dem fortlaufenden jüdischen Jahreszyklus und ermöglicht es uns, Gottes Wort Abschnitt für Abschnitt gemeinsam zu studieren, zu verstehen und im Alltag umzusetzen.
„Denn das Gebot ist eine Leuchte und die Weisung ein Licht.“
Sprüche 6,23
HAFTARA – DIE PROPHETEN
Neben der Tora gehört auch die Lesung aus den Propheten – die Haftara – zu unserem Schabbat-Gottesdienst. Sie steht inhaltlich in Verbindung mit der jeweiligen Paraschat HaSchawua und hilft uns, die Botschaft der Tora im größeren Zusammenhang der Heiligen Schrift zu verstehen.
Die Propheten bezeugen Gottes Treue zu Israel, rufen zur Umkehr und sprechen von seinen Verheißungen, seinem kommenden Reich und der Hoffnung auf Erlösung.
Als messianisch-jüdische Gemeinschaft betrachten wir dabei auch die prophetischen Verheißungen über den Messias. Wir glauben, dass viele dieser Verheißungen ihre Erfüllung in Yeshua HaMashiach finden und weitere mit Gottes zukünftigem Handeln verbunden sind.
So lesen wir Tora und Propheten nicht getrennt voneinander, sondern als miteinander verbundenes Zeugnis des Gottes Israels und seines Erlösungsplans.
„Denn Gott, der HERR, tut nichts, ohne dass er sein Geheimnis seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat.“
Amos 3,7
BRIT CHADASHA –
DAS NEUE TESTAMENT
Neben Tora und Propheten lesen und studieren wir in unserem Schabbat-Gottesdienst auch den Brit Chadasha – das Neue Testament. Für uns gehören diese Schriften zusammen und bilden ein miteinander verbundenes Zeugnis der Heiligen Schrift.
Wir verstehen den Brit Chadasha bewusst in seinem jüdischen und biblischen Zusammenhang. Yeshua und seine ersten Jünger waren Juden, lebten innerhalb Israels und bezogen sich in ihrer Lehre immer wieder auf die Tora und die Propheten.
Im Mittelpunkt steht Yeshua HaMashiach, den wir als den verheißenen Messias Israels und Sohn Gottes bekennen. Sein Leben, seine Lehre, sein Tod und seine Auferstehung verstehen wir im Zusammenhang mit den Verheißungen, die Gott zuvor in den Schriften Israels gegeben hat.
Deshalb betrachten wir den Brit Chadasha nicht als Ersatz für die Tora, sondern lesen Tora, Propheten und Brit Chadasha gemeinsam, um Gottes Wort und seinen Erlösungsplan tiefer zu verstehen.
„Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen sei, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen. Ich bin nicht gekommen aufzulösen, sondern zu erfüllen.“
Matthäus 5,17
DRASCHA – AUSLEGUNG & MESSIANISCHE LEHRE
Nach den Schriftlesungen folgt die Drascha, die gemeinsame Auslegung und Lehre. Dabei beschäftigen wir uns mit der jeweiligen Paraschat HaSchawua und betrachten ihre Verbindung zu den Propheten und zum Brit Chadasha.
Im Mittelpunkt steht die Frage, was uns die Heilige Schrift über Gott, Israel, seinen Bund, seine Weisungen und Yeshua HaMashiach lehrt. Dabei möchten wir Gottes Wort nicht nur theoretisch studieren, sondern verstehen, wie es unseren Glauben und unser tägliches Leben prägen soll.
Auch jüdische Auslegungen und Überlieferungen können in die Betrachtung einbezogen werden. Sie werden von uns geachtet und im Licht der gesamten Heiligen Schrift geprüft. Unser letztgültiger Maßstab bleiben Tora, Propheten und Brit Chadasha.
Die Drascha soll dazu ermutigen, im Glauben zu wachsen, Gottes Wort tiefer zu verstehen und Yeshua HaMashiach im Zusammenhang seiner jüdischen und biblischen Wurzeln kennenzulernen.
„Prüft alles, das Gute behaltet!“
1. Thessalonicher 5,21
BRIT CHADASHA –
DAS NEUE TESTAMENT
Der Kiddusch ist ein fester Bestandteil unseres gemeinsamen Schabbats. Mit dem Segen über den Wein beziehungsweise Traubensaft bringen wir unsere Dankbarkeit gegenüber Gott zum Ausdruck und erinnern uns daran, dass er den siebten Tag gesegnet und geheiligt hat.
Gemeinsam sprechen wir die traditionellen Segenssprüche und danken dem Gott Israels für den Schabbat, seine Versorgung und seine Treue. Auch der Segen über das Brot gehört zu unserer gemeinsamen Schabbatfeier.
Für uns ist der Kiddusch nicht nur eine Tradition, sondern ein sichtbarer Ausdruck der Freude und Heiligkeit des Schabbats. Er verbindet jüdisches Erbe, biblische Erinnerung und Gemeinschaft miteinander.
Anschließend nehmen wir uns Zeit für das gemeinsame Essen und die Gemeinschaft miteinander.
„Und er nahm das Brot, dankte, brach es, gab es ihnen und sprach: Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird; das tut zu meinem Gedächtnis!“
Lukas 22,19
GEMEINSAMES
SCHABBATESSEN & GEMEINSCHAFT
Nach Kiddusch und Gottesdienst nehmen wir uns Zeit für das gemeinsame Schabbatessen. Gemeinschaft gehört für uns wesentlich zum Schabbat: Wir essen miteinander, tauschen uns aus und genießen gemeinsam die Freude und Ruhe dieses besonderen Tages.
Das gemeinsame Essen bietet Raum, einander kennenzulernen, Gespräche zu führen und das Gehörte aus Tora, Propheten und Brit Chadasha miteinander zu vertiefen. So endet unser Schabbat-Gottesdienst nicht mit der letzten Lesung, sondern setzt sich in lebendiger Gemeinschaft fort.
Bei unseren gemeinsamen Mahlzeiten achten wir auf die biblischen Speisegebote und möchten auch darin Gottes Weisungen respektieren.
„Sie blieben aber beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.“
Apostelgeschichte 2,42
SCHIUR – GEMEINSAMES BIBELSTUDIUM & AUSTAUSCH
Ein weiterer wichtiger Bestandteil unseres Schabbats ist der Schiur – das gemeinsame Lernen und Vertiefen der Heiligen Schrift. Dabei nehmen wir uns Zeit, biblische Themen ausführlicher zu betrachten, Fragen zu stellen und miteinander ins Gespräch zu kommen.
Wir beschäftigen uns mit der Tora, den Propheten und dem Brit Chadasha und betrachten dabei auch jüdische Hintergründe, Auslegungen und Traditionen. Im Mittelpunkt steht für uns die Frage, was Gottes Wort lehrt und wie wir es in unserem täglichen Leben umsetzen können.
Auch Yeshua HaMashiach betrachten wir bewusst innerhalb seines jüdischen und biblischen Zusammenhangs. Unser Ziel ist es, gemeinsam zu lernen, im Glauben zu wachsen und Gottes Wort immer tiefer zu verstehen.
„Sie nahmen das Wort mit aller Bereitwilligkeit auf und forschten täglich in den Schriften, ob es sich so verhalte.“
Apostelgeschichte 17,11
DEIN ERSTER SCHABBAT BEI UNS – BESUCH & TEILNAHME
Auch wenn du bisher noch keinen messianisch-jüdischen Schabbat-Gottesdienst besucht hast, bist du bei uns willkommen. Du musst weder Hebräisch sprechen noch mit dem Siddur, den Gebeten oder dem Ablauf vertraut sein.
Menschen mit jüdischem und christlichem Hintergrund können bei uns gemeinsam den Schabbat kennenlernen, die Heilige Schrift studieren und Gemeinschaft erleben. Im Mittelpunkt stehen der Gott Israels, sein Wort und Yeshua HaMashiach, der Messias Israels.
Damit wir uns auf neue Besucher vorbereiten und einen geordneten und sicheren Rahmen gewährleisten können, ist die Teilnahme nur nach vorheriger Kontaktaufnahme und Bestätigung möglich.
