
WAS IST MESSIANISCHES JUDENTUM?
Jüdische Wurzeln, Yeshua und die Bibel im Zusammenhang
Messianisches Judentum bezeichnet eine Glaubensbewegung, die den jüdischen Hintergrund der Bibel bewahrt und Yeshua – Jesus – als den verheißenen Messias bekennt.
Messianisch-jüdische Gemeinden beschäftigen sich deshalb intensiv mit Tanach, Neuem Testament, Israel, Tora, Schabbat, den biblischen Festen und der jüdischen Welt Yeshuas.
Dabei gibt es nicht „die eine“ messianische Richtung. Gemeinden unterscheiden sich in ihrer Theologie, Liturgie und in der Frage, wie jüdische Tradition und Tora praktisch gelebt werden.
WAS BEDEUTET „MESSIANISCH“?
Das Wort Messias kommt vom hebräischen Maschiach – מָשִׁיחַ und bedeutet „Gesalbter“.
Messianische Gläubige glauben, dass die messianischen Verheißungen der Hebräischen Bibel in Yeshua ihre Erfüllung finden.
Deshalb steht Yeshua im Mittelpunkt des Glaubens – jedoch nicht losgelöst von Israel und dem Tanach, sondern innerhalb der biblischen Geschichte, aus der die Erwartung des Messias überhaupt hervorgeht.
TANACH UND NEUES TESTAMENT GEHÖREN ZUSAMMEN
Für messianische Gläubige ist der Tanach – die Hebräische Bibel – das Fundament zum Verständnis des Neuen Testaments.
Begriffe wie
Messias · Bund · Erlösung · Opfer · Sünde · Sohn Davids · Reich Gottes · Israel · Prophetie
beginnen nicht erst im Neuen Testament.
Ihre Grundlagen finden sich bereits in Tora, Propheten und Schriften.
Deshalb lesen wir bei Beit Or Ha'Chaim Tanach und Neues Testament nicht als zwei voneinander getrennte Glaubenswelten, sondern als miteinander verbundene Teile der biblischen Geschichte.
YESHUA IM JÜDISCHEN KONTEXT
Messianisches Judentum erinnert daran, dass Jesus nicht außerhalb des Judentums seiner Zeit lebte.
Yeshua war Jude.
Seine Jünger waren zunächst Juden. Jerusalem, die Synagoge, der Tempel, die Tora, der Schabbat und die biblischen Feste bilden den Hintergrund vieler Ereignisse der Evangelien.
Dieser jüdische Kontext ist deshalb wesentlich, wenn wir seine Worte und die Schriften des Neuen Testaments verstehen möchten.
TORA UND MESSIANISCHER GLAUBE
Die Tora spielt in vielen messianisch-jüdischen Gemeinden eine wichtige Rolle.
Dabei bestehen innerhalb der messianischen Bewegung unterschiedliche Auffassungen darüber, wie einzelne Gebote heute anzuwenden sind.
Bei Beit Or Ha'Chaim betrachten wir die Tora als einen wesentlichen Bestandteil der Heiligen Schrift und beschäftigen uns mit ihr im Zusammenhang mit Yeshua und dem gesamten biblischen Zeugnis.
Tora bedeutet dabei nicht nur „Gesetz“, sondern auch Weisung und Unterweisung.
SCHABBAT
Viele messianische Gemeinden feiern den Schabbat vom Freitagabend bis Samstagabend.
Der Schabbat beginnt bereits in der Tora und gehört zu den grundlegenden Elementen jüdischen Lebens.
Auch bei Beit Or Ha'Chaim in Wien kommen wir am Schabbat zusammen, lesen aus der Schrift, beten, lernen und verbringen Gemeinschaft miteinander.
DIE BIBLISCHEN FESTE
Auch die biblischen Feste haben im messianischen Glauben eine besondere Bedeutung.
Dazu gehören unter anderem:
Pessach · Fest der ungesäuerten Brote · Schawuot · Jom Teruah · Jom Kippur · Sukkot
Diese Feste stammen aus dem Tanach und bilden zugleich den Hintergrund zahlreicher Texte und Ereignisse des Neuen Testaments.
Wer die biblischen Feste kennt, versteht deshalb auch viele Zusammenhänge der Bibel besser.
JÜDISCHE UND NICHTJÜDISCHE GLÄUBIGE
Messianische Gemeinden können sowohl jüdische als auch nichtjüdische Gläubige umfassen.
Nichtjüdische Menschen werden dadurch nicht automatisch ethnisch zu Juden.
Vielmehr verbindet sie der gemeinsame Glaube an den Gott der Bibel und an Yeshua als Messias sowie das Interesse am jüdischen und biblischen Hintergrund des Glaubens.
IST MESSIANISCHES JUDENTUM CHRISTLICH ODER JÜDISCH?
Diese Frage lässt sich nicht mit einem einzigen Begriff beantworten.
Messianische Gemeinden bekennen Yeshua als Messias und teilen dadurch zentrale Überzeugungen mit Christen. Gleichzeitig verstehen sie die Bibel bewusst aus ihrem jüdischen Hintergrund und bewahren je nach Gemeinde jüdische Formen des Gottesdienstes, Schabbat, biblische Feste und weitere Traditionen.
Klassische jüdische Religionsgemeinschaften teilen den Glauben an Yeshua als Messias in der Regel nicht. Auch christliche Kirchen unterscheiden sich in ihrer Haltung gegenüber messianisch-jüdischen Gemeinden.
Messianisches Judentum befindet sich deshalb in einem besonderen Spannungsfeld zwischen jüdischer Identität, biblischer Tradition und dem Glauben an Yeshua.
NICHT JEDE MESSIANISCHE GEMEINDE IST GLEICH
Auch innerhalb des messianischen Judentums gibt es Unterschiede.
Manche Gemeinden sind sehr stark von traditioneller jüdischer Liturgie geprägt. Andere ähneln in ihrer Gottesdienstform eher evangelischen oder freikirchlichen Gemeinden.
Auch Fragen wie Tora, Kaschrut, jüdische Tradition, Liturgie und Gemeindestruktur werden unterschiedlich beantwortet.
Deshalb ist es sinnvoll, nicht nur nach dem Begriff „messianisch“ zu fragen, sondern sich anzusehen, was eine konkrete Gemeinde tatsächlich glaubt und lebt.
BEIT OR HA'CHAIM – MESSIANISCH-JÜDISCHE GEMEINSCHAFT IN WIEN
Beit Or Ha'Chaim ist eine messianisch-jüdische Gemeinschaft in Wien.
Unser Schwerpunkt liegt auf der Heiligen Schrift in ihrem jüdischen, hebräischen und historischen Zusammenhang.
Wir beschäftigen uns besonders mit:
Tanach und Neuem Testament · Yeshua · Tora · Schabbat · Israel · biblischen Festen · Gebet · jüdischer Tradition · messianischer Prophetie
Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen sind eingeladen, die Bibel kennenzulernen, Fragen zu stellen und selbst zu prüfen.
Unser Angebot richtet sich nicht nur an Menschen in Wien und Österreich, sondern auch an Interessierte aus Deutschland, der Schweiz und dem deutschsprachigen Raum weltweit.
Die jüdischen Wurzeln entdecken. Yeshua kennenlernen. Die Bibel im Zusammenhang verstehen.
